Leben mit Alterskrankheiten

Die Arthrose ist die am häufigsten auftretende Erkrankung der Gelenke überhaupt. Während Männer vor allem im mittleren Lebensalter daran erkranken, leiden viele Frauen darunter, wenn sie älter als 55 Jahre sind.

Von Arthrose können alle Gelenke befallen werden. Anders als beim Rheuma aber erkranken nie mehrere Gelenke gleichzeitig an dieser Krankheit. Meist sind es die Hüft-und Kniegelenke, die von der Arthrose betroffen sind. Hauptrisikofaktor für Arthrose (wie auch für Diabetes) ist das Alter. Die Krankheit tritt nämlich als Abnutzungserscheinung auf, welche sich vor allem auf die Gelenkknorpel auswirkt, die beim Erwachsenen nicht nachgebildet werden können. Doch auch eine falsche oder eine übermäßige Belastung der Gelenke sowie Übergewicht können eine Arthrose verursachen. Zunächst tritt die Arthrose als sogenannter Anlaufschmerz auf. So kann zum Beispiel das Knie beim morgendlichen Aufstehen wehtun. Schreitet die Arthrose fort, kann es zu einem Dauerschmerz kommen, auch wenn das betroffene Gelenk überhaupt nicht bewegt wird. Das Gelenk kann sich aber auch äußerlich verformen, wird kraftlos und ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Ob es sich tatsächlich um eine Arthrose handelt, kann der Arzt erkennen, zum Beispiel durch eine Röntgenuntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie.

Da der von Arthrose betroffene Knorpel nicht regenerierbar ist, kann diese Krankheit nicht geheilt, sondern nur symptomatisch therapiert werden. Durch Umstellung einiger Lebensgewohnheiten kann man jedoch den Fortgang der Erkrankung verlangsamen, wie zum Beispiel mittels einer Gewichtsreduzierung. Auch regelmäßige Bewegung kann helfen. Mindestens zweimal die Woche sollte für 30 Minuten lang Sport betrieben werden. Hierbei sollte man allerdings eine Sportart wählen, die aus langsamen und fließenden Bewegungen ohne starke Krafteinwirkung besteht.

Gegen akute Arthroseschmerzen helfen Schmerzmittel, Kälte-oder Wärmebehandlung sowie eine Elektro-oder Bestrahlungstherapie. Während Pflegeheime diesen “Service” für die Bewohner oft mit anbieten, müssen sich die anderen Patienten intensiv um eine Schmerztherapie kümmern.

Für das am meisten von Arthrose betroffene Kniegelenk gibt es eine neue Behandlungsmöglichkeit: Synthetische Hyaluronsäure, ein körpereigener Stoff, der die Knochen schmiert und die Knorpel ernährt, wird hierbei ins Kniegelenk gespritzt.

Die Reizungen und Entzündungen klingen dann ab, da das Gelenk sich wieder selber schmieren kann.

Operiert werden muss dann, wenn der Erkrankte große Schmerzen hat oder seine Beweglichkeit sehr stark eingeschränkt ist. Man kann hier zum Beispiel Gewebewucherungen im Knie operativ durch Arthroskopie entfernen.

Ist ein Gelenk durch die Arthrose stark geschädigt, ohne dass der Knochen sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, kann beispielsweise am Hüftgelenk ein Oberflächenersatz eingesetzt werden. Der Oberschenkelknochen wird dabei mit einer Metallkappe überzogen.

Bei mangelnder Qualität des Hüftknochens wird dagegen ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt.