Finanzen
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Donnerstag, 2010-09-02

Finanzen

Finanzielle Bildung

Mehr als ein reines Zahlenspiel
Es wurde von Privathaushalten noch nie so viel konsumiert wie heute und gleichzeitig gab es noch nie so viele überschuldete Haushalte und in letzter Konsequenz Privatinsolvenzen. Schuldnerberatungsstellen haben wochenlange Wartezeiten. Umgekehrt wurde noch nie so viel Vermögen vererbt, noch nie so viel versichert, vorgesorgt, gespart. Doch ganz gleich, ob man gerade versucht aus der Schuldenfalle rauszukommen oder ob man überlegt wie man das Erbe am günstigsten anlegt oder wie man am sichersten und schnellsten an ein Eigenheim für die Familie kommt , vielen Menschen fehlt auch heute noch ein grundlegendes Know-how im Umgang mit ihren finanziellen Möglichkeiten.
Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, dass nach wie vor viele Menschen blind auf den Schönrechnungen ihrer Bank- und Finanzberater vertrauen. Vielen war in keiner Weise klar, was sie da eigentlich gekauft haben oder abgeschlossen haben. Der wichtigste Aspekt im Umgang mit Geld bleibt daher die persönliche Situation und dann die eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

Übernehmen Sie Verantwortung für ihre finanzielle Situation
Finanzielle Bildung beginnt mit der Übernahme der Verantwortung für das, was man vorfindet. Unabhängig davon wieviel man verdient - bei einigen reicht das Geld einfach nicht bis zum Monatsende. Hier ist eine Einnahme-Ausgabe-Übersicht dringend erforderlich. Die Theorie ist ganz einfach: wer mehr ausgibt als er einnimmt, muss seine Ausgaben kürzen. Machen sie einen Versicherungencheck - Vergleichen sie hier genau so die Angebote wie bei einem Pfund Butter. Zahlen sie in Sparverträge ein für die sie eigentlich gar kein Geld haben? Es ist unsinnige Monat für Monat 100 € in einen Sparvertrag zu zahlen, wenn ihr Konto chronisch überzogen ist und sie am Ende des Jahres mehr Überziehungszinsen zahlen wie sie andererseits gespart haben.
Kümmern sie sich um ihre finanzielle Belange. Schaffen sie Übersicht. Genau so wie man früher aus einem gut geführten Erdkundeheft besser lernen konnte als aus einer unübersichtlichen, unvollständigen Kritzelsammlung, so ist es auch bei ihrer finanziellen Bildung. Behalten sie den Überblick - informieren sie sich immer wieder neu - werden sie aktiv - holen sie sich Rat bei unabhängigen Stellen. Es gibt heute sehr viele seriöse Verbrauchersendungen, die ihnen wertvolle Tipps liefern. Auch die Verbraucherzentrale hält eine Reihe von Informationen für sie bereit.
Vermögensmanagement beginnt mit dem ersten Euro.

Früh übt sich - oder erkennen, was ich wirklich will
Es ist ein ungeliebtes Wort: Verzicht. Und dennoch ist es ein ganz wesentlicher Baustein für die privaten Finanzen gerade unserer Konsumgesellschaft. Auch wenn das Geld nicht knapp ist, sollten Kinder ihrem Alter entsprechend lernen, auf einen schnellen Konsum zu verzichten, um ein in der Zukunft liegendes Ziel zu erreichen. Konsequenz ist dabei gefragt. Lassen sie ihre Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereits bei kleinen Dingen Verantwortung übernehmen: entweder Popcorn und Cola im Kino oder einen Hamburger hinterher, aber nicht beides. Entweder das gebrauchte Fahrrad für 50 € oder du musst von deinem Taschengeld den Rest drauflegen oder noch etwas sparen. Dies ist keine Frage des Geldes, sondern ein Weg zu finanzieller Verantwortung. Wer als Kind und Jugendlicher lernt, dass der momentane Verzicht genau zu dem führt, was ich wollte und dass es sich lohnt ein paar Monate länger zu sparen, der hat das auch für später verinnerlicht.